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Republik in Westeuropa mit langer Mittelmeer- und Atlantikküste, westlicher Nachbarstaat Deutschlands, 547 026 km² (inklusive Korsika), 61 Mio. Einwohner, Hauptstadt Paris, Amtssprache Französisch.

Land und Leute

Flusssysteme und Gebirge gliedern das von mildem Klima begünstigte Frankreich deutlich in einzelne Landschaftsräume: Im Nordosten erstreckt sich das linksrheinische Bergland mit den Ardennen und Vogesen mit dem Abstieg ins oberrheinische Tiefland. Westlich und südwestlich schließt sich das große Seine- und Loirebecken an, und nordwestlich davon folgt das Bretonische Massiv mit den Halbinseln Cotentin und Bretagne. Südlich der Vogesen prägen Jura und Alpen die Landschaft, die weiter südlich in die Provence übergeht. Westlich des Rhônegrabens erhebt sich das karge Zentralmassiv, das nach Westen ins Garonnebecken abfällt. Im Südwesten bilden die Pyrenäen die natürliche französisch-spanische Grenze. Trotz der aus der landschaftlichen Gliederung folgenden großen sprachlichen und kulturellen Vielfalt ist die französische Bevölkerung relativ homogen, die einst völlig katholische Prägung bröckelt jedoch im Zuge der Modernisierung und der starken Zuwanderung aus den ehemaligen Kolonien, v. a. aus Nordafrika, die auch den Bildungsindex des hoch entwickelten Landes beeinflusst. Die fortgeschrittene Industrialisierung hat zur Ballung der sonst wenig dichten Bevölkerung im Pariser Becken, im nordfranzösischen Stahl- und Kohle-Revier, im Raum Lyon und an der Mittelmeerküste um Marseille geführt.

Wirtschaft

Zwar liegt der Anteil der Landwirtschaft bei unter 5 % des Sozialprodukts, doch das Image von Frankreich prägen auch Agrarprodukte, v. a. Wein und Käse und die weltberühmte französische Küche. Auch die französische Fischerei und Forstwirtschaft spielen eine bedeutende Rolle in der EU. Wichtigste Industriezweige sind: Flugzeug-, Schiff- und Automobilbau, Energiewirtschaft (70 % der Stromversorgung durch Kernkraftwerke), chemische Industrie, Waffenfertigung, Stahlproduktion, Bergbau (Eisen, Kohle u. a.). Frankreich gehört wegen seiner reichen Kulturdenkmäler, reizvollen Landschaften und schönen Strände zu den wichtigsten Touristikländern Europas.

Geschichte

Über 400 Jahre beherrschten die Römer die Provinz Gallien; aus dem Merowinger- und dem Frankenreich gingen 843 mit dem Teilungsvertrag von Verdun Deutschland und Frankreich hervor, nach dem Aussterben der Karolinger beherrschte von 987–1328 die Dynastie der Kapetinger Frankreich; 1337–1453 Hundertjähriger Krieg gegen England, im 16. Jh. blutige Religionskämpfe zwischen Katholiken und Hugenotten, die Heinrich IV. mit dem Edikt von Nantes beendete. Die Bourbonenkönige Ludwig XIII. und Ludwig XIV. prägten die absolutistische Monarchie und führten Frankreich zur Vormachtstellung in Europa. Den Absolutismus beendete das aufstrebende Bürgertum in der Französischen Revolution 1789. Napoleon Bonaparte unterwarf in zahlreichen Feldzügen fast ganz Kontinentaleuropa, machte sich zum Kaiser und scheiterte schließlich mit seinem Russland-Feldzug. Der konstitutionellen Bourbonenmonarchie (1815–1848) folgte die 2. Republik (1848–1852) und das 2. Kaiserreich Napoleons III., danach wurde Frankreich endgültig zur Präsidialrepublik. Aus dem 1. Weltkrieg ging Frankreich als Sieger hervor, wurde im 2. Weltkrieg von Deutschland besetzt und 1944 befreit. In der Nachkriegszeit war Frankreich in zermürbende Kolonialkriege verstrickt (Vietnam, Algerien). Präsident de Gaulle führte Frankreich in die Europäische Gemeinschaft, in der es bis heute seine wichtige, aber immer auch betont eigenwillige Rolle spielt. Frankreich gehört zu den tragenden Mitgliedern der UN.